30.09.19

Heil ist Heil ..



Heil ist das Wort hier in Mitteleuropa, das eigentlich statt "Chi" benutzt werden sollte.

"Die Mentalität der germanischen Stämme unterschied sich durch jahrhundertelange Traditionen von der Denkweise des Christentums, besonders die andersartige Auffassung von Ethik.

Der eigenen Sippe, die den Lebensmittelpunkt bildete, war man Loyalität schuldig. Der Ausschluss aus der Sippe, war gleichbedeutend mit dem Tod.

Dies hatte auch in Bezug auf die christliche Mission Folgen:

Der friesische Herzog Radbod lehnte die Taufe ab, da er dadurch die Verbindung zu seinen Ahnen verloren hätte.

Ehre und Heil waren Grundpfeiler der Gesellschaft. Ehre und Heil waren untrennbar miteinander verknüpft.

Ehre zu haben, bedeutete Heil zu besitzen. Wurde die Ehre verletzt, ging dies mit Verlust von Heil einher, das oft durch Rache wieder zu erlangen war. Der Ehrverlust war eine gravierende Angelegenheit, denn es war etwas, das man nicht einfach zur Not entbehren konnte.

Das Heil hat als zentraler Begriff des germanischen Geistesleben natürlich auch eine metaphysische Ebene. Das Heil bewirkt jeden Fortschritt. Wo es fehlt, siecht das Leben dahin. Es scheint die stärkste Macht zu sein, die Lebenskraft selbst.

Das Heil als Kern des Lebensgefühls wurde seiner heidnisch-religiösen Bedeutung entkleidet und in Wörter wie 'heili" (Seligkeit, Wohl, Gesundheit) oder "heilag" umgedeutet. Die Begriffe heilig und Heiligkeit gehen auf altnordisch "heilagr" zurück. Auch das althochdeutsche "hella", das "Verbergende, Verborgene" bekam wie viele andere Wörter eine christliche Umdeutung.

Nichtchristliche religiöse Begriffe, die nicht umgedeutet wurden, wurden buchstäblich "verteufelt".

Quelle: Mirja Dahlmann

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