28.09.19

Gruppenvergewaltigung in Mülheim/Ruhr - Familie des Haupttäters untergetaucht?


Der Fall der Gruppenvergewaltigung einer 18-jährigen Frau in Mülheim an der Ruhr (NRW) wird immer verworrener.
Vor zwei Monaten soll der mutmaßliche Haupttäter Georgi S. (14) zusammen mit vier Freunden im Alter zwischen zwölf und vierzehn Jahren eine geistig behinderte Frau in ein Waldstück gelockt, geschlagen und vergewaltigt haben.
Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft.

Familie soll ausgewiesen werden


Am Mittwoch stellte die Stadt Mülheim Zarko S., dem Vater von Georgi ein Schreiben zu. Inhalt: Einleitung des Verfahrens zur Einschränkung der Reisefreiheit. Kurz: Die Familie soll ausgewiesen werden, hat jetzt vier Wochen Zeit, ihre Sachen zu regeln und das Land zu verlassen.
Volker Wiebels (63), Stadtsprecher: „Der Vater hat die Anhörungsfrist verstreichen lassen, deswegen haben wir jetzt das Verfahren zur Ausweisung eingeleitet, den Brief ordnungsgemäß zugestellt.“

▶︎ Hintergrund ist, dass die Stadt Mülheim nach der Vergewaltigung der Frau geprüft hatte, ob die Familie des Hauptverdächtigen nach Bulgarien abgeschoben werden könne.

► Laut EU-Recht geht das allerdings nicht, wenn ein Arbeitsverhältnis oder ein Einkommen nachgewiesen werden kann.

Dubios: Vier Tage nach der Tat hatte Zarko S. der Stadt plötzlich einen Arbeitsvertrag aus einer Imbissbude vorgelegt, konnte so die Ausweisung zunächst verhindern. Der Vertragsbeginn war auf den 1. August datiert. Vier Wochen später führte die Stadt eine Prüfung in dem Imbiss durch, befragte den Besitzer.

Volker Wiebels: „Er hatte Zarko S. an diesem Tag abgemeldet und sagte, dass er nie zur Arbeit erschienen sei. Wir haben dann festgestellt, dass er auch in den vergangenen fünf Jahren kein Arbeitsverhältnis nachweisen konnte.

Familie untergetaucht?


Vier Wochen hat die Familie jetzt Zeit, gegen die Ausweisung Rechtsmittel einzulegen. Dafür müsste sie aber den Briefkasten leeren, der mittlerweile überquillt.
Volker Wiebels: „Es kann auch sein, dass die Familie untergetaucht ist. Wir wissen nur, dass die volljährige Schwester von Georgi S. sich abgemeldet hat, mittlerweile wieder in Bulgarien ist.

Im Falle einer Ausweisung wäre auch der in U-Haft sitzende, mutmaßliche Täter Georgi S. betroffen. Heißt: Der Jugendliche könnte so um eine Verhandlung kommen. Soweit die Theorie.

Marie Fahlbusch, Sprecherin der Duisburger Staatsanwaltschaft:
Noch ist keine Anklage erhoben worden. Die beiden 14-jährigen mutmaßlichen Mittäter befinden sich auf freiem Fuß, gehen wieder in die Schule.

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