24.08.19

Mal wieder ein Klopper aus dem Wendland - Breitbandinternet? JAIN! 5G? Vielleicht!


Ausgerechnet auf dem "T-Online" Web(News)Portal schreibt Inga Höltmann einen Erfahrungsbericht über die Internetanbindung über Mobilfunk im Wendland (kurz: Alles Scheiße, nix geht richtig). Und auf der selben Seite von "T-Online" läuft eine Werbeanzeige von Vodafone. Und das macht sogar Sinn.

Während im Wendland (meine neue Heimat) die "private" Breitbandoffensive" im vollen Gange ist und die Tiefbau- und "Strippenzieher"-Firma "Kuhlmann" eine ganze Jahresproduktion Glasfaserkabel in den Boden bringt und möglichst viele Haushalte anschließen will, hält sich die Telekom aus dem Geschäft komplett raus. Sie setzt auf VDSL Vectoring und SuperVectoring und kündigt daher die paar restlichen analogen Telefonanschlüsse von Oma Helga und anderen "internetfremden Subjekten". Das ist ja auch soweit ok. Analoge Quasselstrippen sind eben Scheiße und jeder Anschluss belegt zwei Kupferdrähte, die für das VDSL Vectoring und SuperVectoring benötigt werden. Es wird also im Wendland demnächst zwei.. nein drei.. äh.. vier Standards geben. Den Gigabit-Glasfaser-Anschluss den die "Beitbandoffensive Lüchow.Dannenberg" aus EU-Förderkohle in eigener Regie in den Keller bohrt. Den VDSL Vectoring und SuperVectoring-Anschluss der Telekom, den 4G/LTE-Anschluss der Telekom (und neuerdings von O2) und den ääh.. "Gar-Nix-Anschluss". Denn weder Glasfaser, DSL oder LTE erreichen alle Haushalte im Landkreis. Es wird weiterhin viele viele viele weiße Flächen auf der offiziellen Liste geben. Die Tatsächlichen werden noch mehr und größer sein und werden dürfen.

Doch plötzlich taucht Player Nummer vier auf. Vodafone. Eigentlich ist die Vo'kabel' "plötzlich" falsch. Denn seit einiger Zeit rennt das Kabelnetz von Vodafone (dort wo es vorhanden ist) wie die Sau. 400-500 (also ein knappes halbes Gibabit) Megabit sind durchaus drin. Und überraschend viele Haushalte in den Städtchen hängen am Vodafone-Kabelnetz. Aber damit nicht genug..


.. bei der Versteigerung für die 5G-Frequenzen gab es Auflagen. Vodafone z.B. erhielt die Auflage 5G vor allem in der Fläche zu bauen, während die Telekom zunächst eher die Ballungszentren versorgen will. Und O2? Die hängen mal wieder irgendwo dazwischen, können aber für eine echte Überraschung sorgen. Denn O2 baut seit Jahresbeginn 10.000 neue Stationen und rüstet die Bestehenden rasant um. Das bedeutet, dort wo O2 4G in Betrieb nimmt werden natürlich Hybridstationen gebaut. Und die können nicht nur 4G sondern jederzeit auch ein 5G-Bauteil aktiv werden lassen. Das sind doch gute Aussichten. Apropos.. kommen wir mal zurück zu Oma Helga, die kein Internet will und daher auch kein Loch mit Glasfaser in den Keller bohren lässt. Nun hat das Internet ja nicht mehr unbedingt was mit Wollen als vielmehr mit Müssen zu tun. Denn ohne Digitalisierung over Air oder Kabel wird das bald nix mehr mit dem Ablesen von Gas-, Strom-, und Wasserzählern. Irgendwann wird auch das Postamt oder der Briefkasten nur noch "ePost.de" heißen, die Garantiebedingungen in den AGBs von Waschmaschine, Kühlschrank, Herd oder/und Heizanlage die Übertragung des Betriebs- und Servicestatus über das IoT (Internet of Things) verlangen. Wer sich also dem Netz verweigert wird mit dem Waschbrett am Bach stehen und warme Coke trinken. Ach.. halt.. Coke iss nich'.. da er Einzelhandel mit Ladentheke zum Relikt wird, kommt die Coke ja per "Amazon Fresh", oder Edeka-Lieferdienst, nachdem man seine Bestellung über das Webformular erledigt hatte oder der Kühlschrank das Zeug von selbst bestellt.

Machen wir uns nichts vor.., ohne Internet sind wir am Arsch. Oma Helga denkt zwar, dass sie das mit 85 Lenzen auf den Tacho nicht mehr erleben wird aber das Netz sieht das ganz anders. Also müssen die Kinder als "Gateway" zwischen Oma Helga und dem Internet fungieren. Angefangen beim Onlinebanking, denn Überweisungsträger auf Papier? Und die dann auch noch per Briefpost an die Bank schicken? Det hat sich bald erledicht, wa?!

Also ich finde die Entwicklung im 4G/5G-Bereich klasse. Denn die "Breitbandoffensive" des Landkreises würde alleine nichts weiter als einen neuen Monopolisten bedeuten der seine Tarife willkürlich gestaltet und dem Glasfaserkunden die monatliche Knete ganz nach seinem Gusto aus der Tasche ziehen könnte.

Also liebe Inga Höltmann, so doof läuft das hier gar nicht. Wir brauchen nur noch ein bisschen Geduld.

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