19.08.19

„Interkultureller Abend“ - gemeinsam gekocht mit Gas - KRABUMMM


Wer mich kennt weiß, dass das jetzt kein "Betroffenheitsdings" wird. Den Empathiekram überlasse ich diesmal den Protagonisten. So.., hätten wir das schon mal geklärt.

Was ist passiert: Es gibt bei uns im Ort einen alten Bahnhof den die Bahn vor wenigen Jahren loswerden wollte und versteigert hat. Der Bau war dementsprechend eigentlich Kernschrott. Eine Abrissbirne wäre für den potthässlichen Backsteinbau durchaus angemessen gewesen. Aber hier wird ja alles als "Kultur" bezeichnet, was älter als vorgestern ist. Und weil Hitzacker einer dieser Hotspots der "Kulturregion Wendland" ist, fand sich am Ende tatsächlich ein Grüppchen Öko- und Kulturschnuckels die rund 70.000 Euro für die Hütte zusammenkratzen (inkl. Förderungskohle und Hypotheken) um aus dem Schutthaufen ein "Kulturzentrum" zu "gestalten". So mit Kneipe, Gemeinschaftsräume und das ganze Zeugs, was die Culturehippies für knorke hielten. Problem am System.. sowas kostet auch Geld. Ein damals mitbietender Investor hätte den Bau entkernt und Wohnraum draus gemacht. Also etwas Sinnvolles. Und er hat auch Erfahrung in solchen Dingen. Es wäre nicht das erste Projekt dieser Art gewesen. Aber weil Herr Investor nicht halb so doof ist wie Öko- und Kulturschnuckels ist der natürlich bei Auktionssumme X ausgestiegen und hat das Ding eben den "Spezialisten" überlassen. Soviel zur Geschichte vorab.

Wie das örtliche Käseblatt heute verlautbarte, fand gestern mal wieder so eine "Kulturselbstbeweihräucherung" inklusive einiger dieser schillernden internationaler Gäste, die wir - so fürchterlich politisch inkorrekt - oft auch Asylanten nennen, statt. Irgendwas mit Jugendkulturaustausch. Laut Käseblatt ein „Interkultureller Abend“ mit Jugendlichen aus Deutschland, Tansania und Russland. Russland? Äh.. ja klar. Wir haben hier eine sehr große und topintegrierte Gemeinde von Deutschrussen. Und dann treffen sich Russenkids lieber mit Deutschen Kulturschnuckels und Tansaniakken (oder so) zum gemeinsamen Lebensmittelpanschen? Ist ja der Knaller. Darauf einen doppelten Wodka.

So.. jetzt mal zu dem Gequatsche der Offiziellen:
"Nach Angaben der Feuerwehr war eine Gasflasche, die an einen Gaskocher angeschlossen war, in der Küche der Einrichtung explodiert. Möglicherweise sei der von der Flasche zum Kocher führende Schlauch geplatzt, woraufhin sich das austretende Gas am Brenner entzündete und so die Detonation auslöste, hieß es am Unglücksort. Zwei in unmittelbarer Nähe der Explosion stehende Personen hätten schwerste Brandverletzungen erlitten, so Hitzackers Ortsbrandmeister Andreas Lenz. Beide seien mit Hubschraubern in eine auf die Behandlung solcher lebensbedrohlichen Verletzungen spezialisierte Klinik geflogen worden. Die leichtverletzte Person wurde mit dem Rettungswagen in die Dannenberger Klinik gebracht."
Echt jetzt? Also ich hatte ende der '90er für einige Zeit auf so einem Luxus-Campingplatz, der mit Camping nur noch wenig zu tun hatte, gelebt. Da konnte man sich an eine platzeigene Gasleitung anschließen lassen. Für Wucherknete. Da hatte ich mich für Gaspullen als Alternative entschlossen, weil es am Ende billiger war. Nur eben aufwändiger. Aber ich war ja noch jung und ohne "Rücken". Die Propangas- (bisschen Butan ist auch drin) Flaschen gibt es in drei Größen. 33 Kilo (Inhalt) als Maxipulle, 11 Kilo als Standard und 5 Kilo als Fläschchen für unterwegs. Mit den 33-Kilo-Pullen hatte ich anfangs mal rumgemacht. Die passten zwar mit deckelauflassen in den Kofferraum meines W123er Benz, zerkraten aber den Lack und die Gummidichtung. Also war ich schnell bei den 11-Kilo-Pullen. Warum erzähle ich das jetzt hier? Nun.. ich kenne mich also mit dem Scheiß echt gut aus. Ich habe es zudem auch mal wirklich gelernt und haufenweise Gasheiz- und Kochanlagen montiert, angeschlossen, geplant und was auch immer. Ich hatte auch Ende der '80er mal eine Wohnung die mit "Gasraumheizer" ausgestattet waren. Eine Annotobaktechnik die hackegefährlich ist, weil sie nicht (wie eine moderne Therme) mit Gasbrenner und Wasserwärmetauscher funktionieren, sondern mit ungeregeltem Luft-Luft-Wärmetauscher. Mehr jetzt nicht zu dem technischen Schnickschnack.

In dem "Offiziellengequatsche" ist nun eine Gasflasche erwähnt worden. Kein Erdgasanschluss (obwohl an diesem "Bahnhof" verfügbar - aber den Kulturschnuckels wohl zu teuer). Zum Betrieb dieser Flüssiggasflaschen gehören nun Druckregler. Die Druckregler funktionieren, oder funktionieren nicht. Wenn sie nicht funktionieren (also kaputt sind) kommt kein Gas raus. Also entweder wird der Druck geregelt oder es kommt gar nichts raus. Ungeregelter Überdruck ist unmöglich (wird über eine Sicherheits-Membrane geregelt). Diese Druckregler sind also Deppensicher. Jetzt ist laut "Offiziellengequatsche" der Gasschlauch geplatzt. Und das ist eben Bullshit. Ich will jetzt nicht über die Druckverhältnisse bei Flüssiggasanlagen philosophieren. Das könnt ihr selbst bei Wikipedia nachlesen. Nur soviel dazu: Es ist unmöglich, dass ein solcher Gasschlauch platzt. Der Betriebsdruck ist viel zu gering. Ich könnte eine Wurstpelle als Gasschlauch verwenden und die würde nicht platzen.

Sehr viel wahrscheinlicher als das "Offiziellengequatsche" ist, dass diese Kulturschnuckels mit ihren "internationalen Gästen" einfach zu doof sind, eine Flüssiggasflasche anzuschließen. Und bei diesem Knall (Zitat Käseblatt: "Ob das Gebäude durch die Explosion strukturelle Schäden davongetragen hat, ist derzeit noch unklar. Nach Angaben von Feuerwehrleuten sei auf jeden Fall die Küche des Kulturbahnhofes stark beschädigt worden."), ist da nicht nur der Inhalt einer Gasflasche hochgegangen, sondern der Inhalt von mindestens drei, vier oder fünf. Das bedeutet, die waren sogar zu doof zu merken, dass da was nicht stimmen kann wenn eine solche Gaspulle nur fürs Kochen schnell leer ist. Die haben einfach immer Neue falsch angeschlossen. Solange, bis das Gas-Luftgemisch im Gebäude den kritischen Punkt überschritt und das Umlegen eines Lichtschalters als Zünder reicht. Ergo muss da jetzt nicht gejammert werden. Vielmehr müssen diese Kulturschnuckels als Hobbyhandwerker schleunigst aus dem Verkehr gezogen werden.

Und weil es so schön ist noch ein Seitenhieb an die Ökostalinisten unter den Kulturschnuckels: Propan/Butan-Flüssiggas ist ein Nebenprodukt aus der Erdölraffinerie. Es ist quasi Sprit im gasförmigen Aggregatzustand. So überhaupt nicht öko!

Nachtrag:
Wendland.net schreibt auch was dazu:
"Nach den bisherigen Ermittlungen der Polizei war gegen 18:45 Uhr im Küchenbereich der Schlauch eines von einer 11kg-Gasflasche betriebenen Kochers in die Flamme geraten, so dass brennendes Gas aus dem Schlauch die vier Personen verletzte.
Betroffen waren dabei zwei 18 und 24 Jahre alte russische Staatsangehörige, ein 21 Jahre alter tansanischer Staatsbürger sowie eine 80 Jahre alte Frau aus Hitzacker. In einem Nebenraum befanden sich mehr als 40 Personen u.a. eines internationalen Jugendaustausches."

Der Gasschlauch brannte? Eigentlich sind die Feuerfest und brennen nicht. Sehr seltsam. Da dürfte die Polizei tatsächlich reichlich zu ermitteln haben.

Kommentare:

Hybriss hat gesagt…

Oh mein Gott, was für eine Story !!!

Ich habe schon lange nicht mehr so gelacht, wie über diesen Bericht :-))
Hoffentlich berichtest du dann auch über das Ergebnis der polizeilichen Ermittlungen. Würde mich echt interessieren, ob die Kulturschnuckels nun Hobbyhandwerksverbot erhalten und ob die sich dann überhaupt noch weiterhin "Öko"-Schnuckels nennen dürfen und so... Da geht ja echt was ab in deinem Heimatsort !!

Ripuli hat gesagt…

Ja.., ist schon ein seltsames Örtchen hier. Leider machen alle Geschäfte zu weil a.) nicht alle handgemachte Seife, Tee aus Kuhdung und Handtaschen aus Recycling-Treckerreifen verkaufen können und b.) alle ein bisschen doof sind. Also nicht alle alle. Mehr so die Grünalle.

Wenn man hier normale Leute ansiedeln würde, währe der Landkreis ein Paradies. So aber flüchten selbst die Flüchtenden aus der herrlichen Gegend. Das ist total paradox.